Mein Kind schläft mittags nicht mehr

Elternsprechstunde ++ Mittagsschlaf

Unruhige Nächte, anstrengende Tage – kein Wunder, dass manche Mutter mich mit einem ziemlich verzweifelten Gesichtsausdruck anspricht: „Mein Kind schläft mittags nicht mehr, was soll ich nur tun?“. Die lieb gewonnen Mittagspause ist ein wichtiges Refugium, in dem Mütter sich erholen, regenerieren oder manchmal einfach ein paar Dinge erledigen, zu denen sie tagsüber sonst nicht kommen. Natürlich sollten sie diesen Freiraum verteidigen, aber der Reihe nach.

Das Schlafbedürfnis der Kinder ändert sich von Zeit zu Zeit und ist außerdem von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Schon Säuglinge brauchen unterschiedlich viel Schlaf: In den ersten drei Monaten schlafen Säuglinge in der Regel 15 bis 16 Stunden pro Tag, die sich auf etwa sechs Phasen verteilen. Das ist natürlich nur ein Durchschnittswert, jedes Kind ist anders und Abweichungen sind völlig normal.

Wie, wann und wie viel?

Im Vergleich zum Säuglingsalter reduziert sich bei älteren Kinder vor allem der Tagesschlaf. Auch hier gibt es starke Unterschiede: So machen im zweiten Lebensjahr die meisten Kinder noch zwei Tagesnickerchen. Manche schlafen aber schon mit 18 Monaten nur noch einmal am Tag oder verzichten schon mit 24 Monaten ganz auf Ruhestunden zur Tageszeit.

Mittagsschlaf? Das beantwortet Ihr Kind selbst.

Wann Kinder mit dem Mittagsschlaf aufhören, ist ebenfalls sehr verschieden. Nicht wenige machen im Kindergartenalter noch gerne nachmittags ein Schläfchen. Und sogar unter den Grundschulkindern gibt es einige, die sich zumindest gelegentlich nachmittags noch hinlegen. Wissenschaftler glauben, das wirke sich sehr positiv auf die Entwicklung des Kindes aus: Beim Schlaf werden Wachstumshormone ausgeschüttet und gleichzeitig Lerninhalte verarbeitet. Manche schlafen zwar mittags nicht mehr, brauchen aber zumindest noch eine kleine Ruhepause. Erzwingen Sie den Mittagsschlaf nicht, wenn Ihr Kind keine eindeutige Zeichen von Müdigkeit zeigt.

Was tun?

Vereinbaren sie mit ihrem Kind ab dem Zeitpunkt, wo es Mittags nicht mehr einschlafen möchte, stattdessen eine Ruhepause. In dieser kann sich das Kind zum Beispiel gemütlich aufs Sofa oder im eigenem Zimmer aufs Bett legen, um dort in aller Ruhe ein Buch anzuschauen oder einem Hörbuch zu lauschen. Am besten ist es, wenn Sie sich auch hierbei von dem persönlichen Bedürfnis Ihres Kindes leiten lassen. Machen sie ihrem Kind klar, dass sie selbst die Mittagsruhe zur Erholung benötigen, daraus aber keine Verpflichtung zum Schlafen entsteht, nur eine Ruhepause. Und meiner Erfahrung nach schlafen die „größten Widerständler“ übrigens oft am Ende selbst ein – ganz freiwillig.

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